Suchmaschinen und Verzeichnisse


Bevor Sie Ihre Webseite bei Suchdiensten anmelden, ist es wichtig, einige grundlegende Begriffe zu kennen und die Unterschiede zwischen den einzelnen Bezeichnungen zu verstehen. Unter dem Oberbegriff Suchdienst werden alle Websites zusammengefasst, die dem Anwender das Auffinden von Informationen erleichtern sollen.

Der Begriff Suchmaschine wird fälschlicherweise oft allgemein für reine Suchmaschinen wie für Verzeichnisse verwendet. In Wirklichkeit sind diese jedoch nicht identisch, wobei der Unterschied in der Art und Weise liegt, wie die Ergebnislistings erzeugt werden.

Suchmaschinen (Engines)


Suchmaschinen, die man auch Spider oder Crawler (zu deutsch Spinne bzw. Kriecher) nennt, suchen ständig Websites im Internet auf, um Kataloge anzulegen. Suchmaschinen wie etwa Google erzeugen ihre Ergebnislistings automatisch. Bei dieser Methode klappern die Suchmaschinen einfach das ganze Web ab. Auf diese Weise können diese Suchmaschinen gegebenenfalls Änderungen, die Sie an Ihren Websites vorgenommen haben, automatisch ausfindig machen. Durch Änderungen wird die Art und Weise, wie Ihre Seiten im Ergebnislisting aufgelistet werden, beeinflusst. Dabei können folgende Elemente eine Rolle spielen: die Seitentitel, die Textblöcke oder andere Elemente der Seite. Da Suchmaschinen automatisch arbeiten und außerordentlich viele Websites indizieren, finden Sie dort oft Informationen, die in den Verzeichnissen (siehe unten) nicht aufgeführt sind. Bei Suchmaschinen werden in der Regel alle angemeldeten Websites aufgenommen.

"Google wertet rund 200 Signale aus", sagt Kay Oberbeck, Sprecher von Google Deutschland in Hamburg. Google teilt diese Kriterien in drei Gruppen, die Gestaltung, Qualität und technische Umsetzung einer Seite beurteilen. Für die Popularität einer Webseite spielen Links eine entscheidende Rolle, die von anderen Seiten kommen. Die anhand einer Linkstruktur getroffene Bewertung heißt Pagerank
Yahoo! berücksichtigt laut Sprecherin Judith Sterl den Pagerank nicht.

Da jedoch Google die absolute Nummer eins unter den Suchmaschinen ist, fragen sich viele Webmaster, wie sie an Links für ihre Seite kommen. Eine Möglichkeit ist, Kommentare und Beiträge in gutbesuchten Blogs oder Foren zu posten - und dabei einen Link zu hinterlassen. Das funktioniert jedoch oft nur, wenn die eigenen Kommentare oder Beiträge ernstgemeint sind und eine gewisse Bedeutung haben. Wer offensichtlich nur auf Links aus ist, fliegt schnell raus.

Wer auf die Idee kommt, seine Webseite mit denen von Freunden und Kollegen zu verlinken, sei gewarnt: "Solche Linknetzwerke werden von Suchmaschinen erkannt", sagt Mario Fischer. Zudem ist nicht die bloße Zahl der Links entscheidend: Sie sollte sich aus vielen verschiedenen Quellen speisen, die allerdings thematisch miteinander verwandt sind.

Probleme haben Suchmaschinen oft mit dynamischen Inhalten und Flash-Elementen. Wer darauf auf seiner Seite nicht verzichten will, sollte die wichtigsten Suchmaschinen mit einer sogenannten Sitemap seines Internet-Auftritts versorgen. Diese Datei dient Suchmaschinen gewissermaßen als Landkarte. Das klingt aufwendig, ist es aber nicht: Wer zum Beispiel ein E-Mail-Konto bei Google besitzt, kann dort das Webmastertool verwenden, das eine Sitemap-Funktion enthält.

Suchmaschinen-Optimierung: Am Quelltext feilen

Auch am Quelltext, dem für Menschen lesbaren Programmiertext der Seite, muss im Sinne der Suchmaschinen-Optimierung gefeilt werden: Im Header, dem Kopfbereich des Quelltextes, geben Meta-Tags Hinweise auf die Inhalte der Seite. Selbst erfahrene Webseiten-Bauer schwören immer noch auf das Meta-Tag "Keyword". Im Glauben, damit bessere Ergebnisse bei Google & Co. erzielen zu können, wird dieses oft mit unzähligen Schlüsselbegriffen gefüllt - umsonst, wie Mario Fischer sagt: "Das wird von Suchmaschinen gar nicht ausgelesen."


Wichtig ist dagegen das Meta-Tag "Title". Was darin steht, zeigt der Browser im Seitentitel an und wird von Suchmaschinen gelesen - ein Beispiel: "Miezekatze - ein Blog für Katzenliebhaber". Fischer rät hier zu fünf bis sieben Stichwörtern, die Hinweise auf den Inhalt der Seite geben. Im Tag "Description" kann der Besitzer in ein, zwei kurzen Sätzen die Seite beschreiben. Google zeigt diesen Text im Suchergebnis an: Der Leser weiß sofort, worum es auf der Seite geht.

Jedes Detail kann wichtig sein

Die Suchmaschinen-Optimierung ist auch ein Problem der richtigen Wortwahl: Schreibt zum Beispiel ein Bleistift-Fabrikant auf seiner Webseite, er sei der bedeutendste Hersteller von "Bleistiften", kann es passieren, dass die nach Bleistiften suchenden potenziellen Kunden sein Portal nicht finden, weil sie in die Suchmaschine "Bleistift" oder "Bleistifte" eingeben - aber eben nicht "Bleistiften".
Eine vernünftige Gliederung der Beiträge mit Absätzen und Überschriften macht nicht nur Menschen, sondern auch der Maschine das Lesen leichter. Bei aller Mühe sollte der Betreiber aber wissen: Eine Webseite lässt sich nicht von heute auf morgen bei vielen Lesern beliebt machen. "Dafür muss man Zeit einplanen", sagt Fischer. "Nach etwa zwei bis vier Monaten werden sich die ersten Ergebnisse zeigen.

Verzeichnisse (Directories)


Anders als bei Suchmaschinen werden die Verzeichnisse nicht automatisch, sondern von Redakteuren angelegt. Eine Website wird angemeldet und anschließend mit einer oder mehreren sinnvollen Kategorien verknüpft. Da Verzeichnisse meistens von erfahrenen Redakteuren angelegt werden, liefern sie in der Regel bessere (zumindest besser gefilterte) Resultate als Suchmaschinen. Ein sehr bekanntes und wichtiges Verzeichnis ist z. B. Yahoo.

Bei einem Verzeichnis wie Yahoo hängen die Ergebnislistings von menschlichen Eingriffen ab. Entweder reichen Sie eine kurze Beschreibung Ihrer gesamten Website ein, oder lassen diese von den Redakteuren schreiben, die die Websites besprechen. Bei dem Suchvorgang werden dann nur diese Beschreibungen auf Treffer untersucht, so dass Änderungen Ihrer Websites keinerlei Auswirkungen auf das Ergebnislisting haben. Bei Verzeichnissen werden in der Regel nur Websites aufgenommen, die einem gewissen Qualitätslevel entsprechen. Eine gute Website (mit gutem Inhalt) hat mehr Chancen, aufgenommen zu werden, als eine schlechte Website.